Bericht Ferienprogramm 2012  

 

Graben und Hacken macht Rote Backen!

 

Kräuter gehören zu den schönsten Geschenken, die uns die Natur in jedem Jahr aufs Neue macht. Sie duften und schmecken nicht nur köstlich, sie lindern Entzündungen, regen Appetit und Verdauung an, bringen den Stoffwechsel auf Trab. Sie unterstützen Atmung und Kreislauf, wirken gegen Bluthochdruck und Arterienverkalkung, beruhigen strapazierte Nerven, entspannen und fördern einen gesunden Schlaf.

In der Überlieferung heißt es, dass den Aposteln, die am dritten Tag nach dem Begräbnis Mariens ihr Grab besucht hatten, eine Woge köstlichen Wohlgeruchs entgegen geschlagen haben soll. Das Grab soll verlassen, dafür aber angefüllt mit Rosen und Lilien gewesen sein, und rings um die Grabstätte sollen alle Heilkräuter geblüht haben, die Maria in ihrem Leben geliebt hatte. Unsere von den Kindern gestaltete und bepflanzte Kräuterschnecke ist aber dem Hl. Michael gewidmet. Der Hl. Michael gilt als Heilkundiger, als himmlischer Arzt und Patron der Kranken; er ließ eine wundertätige Heilquelle entspringen. Michael wird in der Ost-, Westkirche, im Islam gefeiert, steht in allen Kulturen für Begegnung, Miteinader.

Das wollen wir dort am Gelände zum Ausdruck bringen, gestalten. In Zusammenarbeit mit den Trostberger Goasslschnalzern bereitete der Gartenbauverein den Kindern einen lehrreichen, unterhaltsamen Nachmittag. Wie auch schon letztes Jahr kamen zu den gemeldeten Kindern noch mal 10 dazu. Alle dürften eine selbst gebastelte, angesäte „Kresseschnecke“ als Modell für die Grosse mit Heim nehmen. Nach den Arbeiten wurde Gold gesucht, Hufeisen geworfen und vieles mehr. So war der Hunger und Durst groß. Aber wir teilten und alle wurden satt. Die Eltern holten zufriedene Kinder ab und der Termin für nächstes Jahr wurde auch schon festgelegt – so macht es allen Spaß!

     

....  klappt no net so recht, zwenig Hitz´n

  

Beim Semmeln für die Grillwürstl aufschneiden ...

                                                                                            angehende Goasslschnalzer

der Grill ist angeheizt

...unser Gruppenbild ... neben 1. Vorstand KH Lutsch ( mit Schild)  der 1. Vorstand der Goasslschnalzer Peter Wastlhuber

                                                                          Feinarbeiten sind nötig!

 

 

 

               beim Bockstechen ..

 

                                                                                 Schnalzen vorzeigen!

      Kresseschnecke basteln 

 

                                    Prügelbalken                                                        Stelzengehen

 

zufriedene Gesichter an einem herrlichen Tag

 

Auch von Erwachsenen wurde der "Heisse Draht" rege genutzt!

 

 
BAUANLEITUNG:

Grundriss einer Kräuterschnecke

Grundriss aufstreuen; Wenn du mit dem Grundriss zufrieden bist, kannst du damit beginnen, den Boden etwa spatentief auszuheben und dann eine gut 10 cm dicke Schicht Kies auf die Fläche (Miniteich aussparen) aufzubringen. Der Kies oder Schotter kann ohne weiteres recht grob sein, er dient als Fundament für die Mauer und verhindert Staunässe. Auf diesen Kies schichtest du nun eine erste Reihe Steine für die Spirale. Ob du Natursteine, Klinker oder alte Mauerziegel wählst, ist Geschmackssache. Die Steine sollten jedenfalls trocken, d. h. ohne Mörtel verlegt werden. In den Fugen siedeln sich dann Thymian oder Minze an. In den Mauerspalten tummeln sich aber auch nützliche Insekten und sogar Eidechsen, da die Steine die Sonnenenergie speichern und für einen idealen Lebensraum für Pflanzen und Lebewesen bilden.

Aufbau Kräuterschnecke

Baue nun die Schnecke weiter schrittweise auf: während die Mauer zum Kern hin wächst, bringst du im unteren Bereich lehmige Erde auf, im mittleren Bereich zunächst noch eine Schicht Kies und darauf nährstoffreiche, mit Kompost vermischte normale Gartenerde und im oberen Kernbereich der Spirale zunächst noch eine dicke Schicht Kies/Schotter und dann, wenn die Mauer im Inneren der Spirale hoch genug ist, Sand, der im Verhältnis 1:1 mit Gartenerde gemischt ist. So, die Hauptarbeit ist getan.

Jetzt noch den Miniteich mit Folie auslegen und eine Schicht Sand und Kies darüber geben. Den Rand der Teichfolie mit Steinen verstecken. Ein Hanfseil - es können auch mehrere sein - dient als Docht: ein Ende in den Teich legen, das andere wird in die Erde der Feuchtzone gelegt. Damit dient das Wasser aus dem Teich zum Feuchthalten dieser Zone.

Nun warte am besten den ersten Regen ab, damit sich die Erde gut setzen kann; eventuell etwas Erde auffüllen. Kräuterschnecke bepflanzen

Jetzt kannst du aus der Vielfalt der Kräuter auswählen und deine Kräuterschnecke bepflanzen:

 

In die Trockenzone oben kommen mediterrane Kräuter:

Rosmarin

Rosmarin steht bei den meisten Kräuterfreunden ganz oben auf der Wunschliste. Er ist der Inbegriff von Sommerduft und Urlaub in Italien. Der Rosmarin ist eine hübsche, buschige Pflanze mit kleinen, pastellblauen bis hellvioletten Blüten im Mai und Juni. In gut sortierten Gärtnereien finden sich zahlreiche Sorten vom Rosmarin mit säulenförmigem Wuchs bis hin zu kriechenden Sorten. Leider ist der Rosmarin in unseren Breiten meist nicht winterhart und muss im Gewächshaus oder Keller überwintert werden.

Rosmarin fördert Durchblutung und Stoffwechsel und macht fette Speisen bekömmlicher.

Oregano

Die Pflanze wächst problemlos zu buschigen Sträuchern und ist absolut pflegeleicht – so pflegeleicht, dass er gerne wuchert und in Zaum gehalten werden muss. Oregano verbreitet sich durch Wurzelausläufer und lässt sich durch die Begrenzung der Kräuterschnecke nicht aufhalten. Die hellvioletten Blüten locken viele nützliche Insekten an. Im Herbst solltest du den Oregano stark zurückschneiden.

Die ätherischen Öle sowie die Gerb- und Bitterstoffe dieser robusten Pflanzen wirken verdauungsfördernd und lindern Erkrankungen des Magen- und Darmtraktes.

Salbei

Salbei ist mehrjährig und kann zu einer beachtlichen Staude heranwachsen. Zurückgeschnitten wird erst im Frühjahr, da die Pflanze den ganzen Winter von den Blattsäften zehrt und ohne Blätter absterben würde. Salbei sollte auch nicht länger als 5-6 Jahre am selben Standort bleiben, da er sonst verkümmert. Die Staude eignet sich sehr gut zum Teilen und Weiterschenken. Es gibt Sorten mit tiefgrünen, gräulichen, nahezu violetten und weiß-grünen Blättern; die Blühten sind violett bis tiefblau.

Die antiseptische Wirkung ist in der Heilkunde seit Jahrhunderten bekannt und wird bei Zahnfleischbluten sowie Entzündungen des Mund- und Rachenraumes eingesetzt. Salbei wirkt auch krampflösend und verdauungsfördernd.

Salbei eignet sich sehr gut zum Trocknen. Dazu Salbei in Büscheln zusammenbinden um an einem luftigen Ort nach mit den Blättern kopfüber aufhängen.

Thymian

ist der Klassiker in der Küche. Er bevorzugt trockene, steinige Böden und ist deshalb ein idealer Gefährte der Kräuterschnecke und siedelt sich auch in den Mauerritzen an. Thymian wird heute in zahlreichen Züchtungen angeboten: Zitronen-Thymian, Orangen-Thymian, weiß-bunter Thymian, Zwergthymian usw. Die Auswahl ist groß, meist findet man in der Küche aber mit dem Thymus vulgaris das Auslangen. Die Pflanze ist aber auch als duftender Bodendecker gern gesehener Gast im naturnahen Garten und benötigt kaum Pflege. Der Rückschnitt erfolgt nur bei Bedarf im Frühjahr, ist aber meist nicht nötig. Thymian und Majoran vertragen sich nicht und sollten „auf Abstand“ gepflanzt werden. Thymian sollte mit den Speisen mitgekocht werden, damit er sein Aroma voll entfalten kann. Schweinebraten, Geflügel, Gemüsesuppen und Eintöpfe schmecken mit Thymian gewürzt einfach besser.

In der Naturheilkunde wird der Thymian wegen seiner krampf- und schleimlösenden sowie antiseptischen Wirkung sehr geschätzt.

Ysop

Wie alle mediterranen Kräuter liebt Ysop einen mageren, trockenen und steinigen Boden – wird also im Kern der Kräuterschnecke stehen. Der (radikale) Rückschnitt erfolgt im Herbst, da die Pflanze ansonsten zu stark verholzt und unansehnlich wird. Ansonsten ist die Pflanze sehr anspruchslos, wächst kompakt und erreicht eine Höhe von gut 70 cm. In der Blütezeit im Juli und August locken die wunderbar duftenden zarten Blüten in Lila- oder Blautönen zahlreiche Schmetterlinge und Bienen an.

In der Küche finden die frischen Triebspitzen Verwendung. Vorsicht, das Aroma ist sehr intensiv und nicht jedermanns Sache. Ysop sollte jedenfalls sparsam verwendet werden, am besten in Kombination mit anderen Kräutern. Sommersalate, Kräuteressig oder Kräuterquark profitieren auf jeden Fall von einer Prise Ysop.

Die ätherischen Öle des Ysop haben sich bei Husten sehr bewährt.

Basilikum

Tomaten, Mozzarella und …Basilikum! Davon kann man nie genug bekommen. Nur leider gedeiht die Pflanze nicht immer wie gewünscht. Nässe, Regen, Schnecken machen ihr zu schaffen. Basilikum braucht Bikiniwetter. Na ja, können wir zwar nicht immer bieten, aber das unvergleichliche Aroma verführt zu immer neuen Versuchen: die Pflanze kann jederzeit ausgesät werden und ist einjährig. Die Blüten sind eher unscheinbar. Um eine möglichst lange Erntezeit zu gewährleisten, sollten die Triebe vor der Blüte geerntet werden.

Basilikum eignet sich nicht zum Trocknen, da es sein Aroma verliert und fade schmeckt. In der Küche werden die Blätter auch nicht fein geschnitten, dadurch ginge ebenfalls viel Aroma verloren, sondern mit den Fingern zerzupft oder im Mörser zerstoßen. Dann passt es gut zu Tomaten, frischen Salaten, Käse oder Kräuterbutter.

  


 

In die mittlere Zone kannst du folgende Kräuter pflanzen:

 

Petersilie

darf wohl in keinem Kräutergarten fehlen. Die Petersilie ist ein zweijähriges Kraut, d. h.,im ersten Jahr bildet sich lediglich eine Blattrosette, erst im zweiten Jahr gedeiht die Petersilie üppig. Während des Sommers können nun die frischen Blätter laufend geschnitten werden. Blütenansätze immer ausbrechen, denn wenn die Pflanze zu blühen beginnt, werden die Blätter hart. Petersilie kommt wie die meisten Küchenkräuter ohne Dünger aus, gedeiht aber am besten auf tiefgründigem, humusreichem Gartenboden. Petersilie wird entweder roh verwendet oder nur kurz erhitzt, damit das typische Aroma nicht verloren geht. Durch den unaufdringlichen Geschmack passt Petersilie zu fast allen Speisen, klassisch zu Pfifferlingen und Eierspeisen. Die hübsche Krauspetersilie wird vor allem zum Dekorieren von Speisen verwendet, ihr Aroma reicht nicht an das der glatten Petersilie heran. Das Trocknen der Blätter lohnt sich nicht, da zu viel Aroma verloren geht. Im Winter stellt man am besten einen Blumentopf mit Petersilie ans Küchenfenster, um „Entzugserscheinungen“ während der kalten Jahreszeit entgegenzuwirken.

In der Heilkunde wird Petersilie übrigens aufgrund seiner krampflösenden und harntreibenden sowie appetitanregenden Wirkung geschätzt.

Zitronen-Melisse

ist eine mehrjährige Pflanze, die kaum Ansprüche stellt. Sie kann bis zu 70 cm hoch werden und sich stark ausbreiten, daher bitte regelmäßig teilen. Im Herbst werden die Stauden bis auf Bodenhöhe abgeschnitten. Schon im zeitigen Frühjahr treiben frische Blätter aus. Geerntet werden die jungen, zarten Triebe, die zur Verfeinerung von Salaten, Saucen, Geflügel und Gemüse hervorragend geeignet sind.

Ein besonderer Genuss ist frischer Melissen-Tee, der auch kalt getrunken werden kann und als leichtes Sommergetränk Furore macht.

Zitronen-Melisse kann aber auch zu Sirup verarbeitet werden.

 

Für den feuchten Standort unten am Miniteich eignen sich:

 

Schnittlauch

Wer hat noch nie ein Butterbrot mit geschnittenem Schnittlauch probiert? Einfach köstlich… Schnittlauch fördert die Verdauung, lindert Magenbeschwerden und Blähungen und wirkt blutdrucksenkend.

Der Schnittlauch ist eine aufrecht wachsende, mehrjährige Pflanze mit violetten Blüten. Die Pflanze ist winterhart und wächst problemlos in jedem Boden. Ältere Exemplare verhorsten leicht, deshalb sollten die Pflanzen regelmäßig geteilt werden. Oder man lässt einige Blütenstände stehen, die sich dann aussäen und für Pflanzennachwuchs sorgen. Die Schnittlauchröhrchen können laufend geerntet werden, am würzigsten schmeckt jedoch der Austrieb im Frühjahr.

Schnittlauch zu trocknen lohnt nicht, da er sein Aroma verliert und fade schmeckt. Wer im Winter nicht auf ihn verzichten kann, sollte fein geschnittenen Schnittlauch mit etwas Wasser in kleinen Portionen einfrieren.

Schnittlauch schmeckt roh in Kräuterbutter, Salaten und Aufstrichen und darf in keiner österreichischen „Fritattensuppe“ fehlen!

Pfefferminze

Die Minze ist eine unverwüstliche Pflanze – im wahrsten Sinne des Wortes! Sie muss im Zaum gehalten werden, denn ihr Ausbreitungsdrang kennt kaum Grenzen. Wenn du dich dennoch am Pfefferminzaroma in deinem Garten erfreuen möchtest und das Wachstum einschränken möchtest, grab die Pflanze einfach mit dem Plastiktopf ein, von dem du nur den Boden herausschneidest. Du wirst mit einem herrlichen Duft und vielen summenden Garten-bewohnern belohnt. Die Pfefferminze ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die 50–100 cm hoch wird und rötlich bis violett blüht. Geerntet wird um die Mittagszeit, wenn der Anteil an ätherischen Ölen in den Blättern am höchsten ist. Die Minze mag es eher halbschattig.

Pfefferminztee aus dem eigenen Kräutergarten lässt sich mit Tee aus Teebeuteln gar nicht vergleichen. In Nordafrika und den arabischen Ländern gilt Pfefferminztee als Nationalgetränk. Er lässt sich aber auch sehr gut kühl genießen.

Pfefferminze passt sehr gut zu allen Gemüsearten, Suppen, Salaten, Lammfleisch oder Omelettes.

Minze wirkt beruhigend, schmerzlindernd und schleimlösend. Zum Trocknen sollte man das Kraut am besten vor der Blüte (Juli-August) abschneiden.

Da die meisten Küchenkräuter anspruchslos sind, kannst du Pflanzen für die mittlere Zone und die Feuchtzone problemlos austauschen. Die trockenheitsliebenden mediterranen Kräuter gehören aber in den sandigen, durchlässigen obersten Teil des Klimawunders Kräuterschnecke
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Stand: 22. August 2012